Christoph Kraneburg Köln / Frankfurt

Preisträger BDA-Architekturpreis Rheinland-Pfalz 2006

Rheinufergarage Mainz

Mainz

Christoph Kraneburg Köln / Frankfurt

Rheinufergarage Mainz

Mainz
Projekt
Rheinufergarage Mainz
Architekt
Planquadrat Elfers Geskes Krämer PartGmbB
Bauherr
PMG Parken in Mainz GmbH

Zielsetzung war, den hochwertigen Uferbereich vom ruhenden Verkehr zu befreien, und als Naherholungsbereich für die Bürger zugänglich zumachen. Dies geht auf eine zentrale Forderung aller im Rheinufer-Forum engagierten Bürgerinnen und Bürger zurück. Der bisher ausschließlich als Parkfläche genutzte Uferbereich war ohne städtebauliche Qualitäten. Die neue Konzeption sah eine Unterbringung der Parkflächen in einer Tiefgarage vor. Die dadurch gewonnene Fläche wurde in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und dem Stadtplanungsamt bis ins Detail abgestimmt.

Die besondere städtebauliche Situation der Rheinufergarage ist in der Lage als Vorfeld des kurfürstlichen Schlosses und des rheinland-pfälzischen Landtages begründet.

Zu Beachten waren Vorgaben des Denkmalschutzes. Berücksichtigt werden musste die denkmalgeschützte Planung des Mainzer Stadtbaumeisters Eduard Kreißig – dies betraf die Baumallee, die alte lnfanteriemauer und die Tore als Zugang zum Rheinufer. Die Kaimauersanierung erfolgte ebenfalls nach denkmalgeschützten Vorgaben. Beide Kaimauerbereiche dienen gleichzeitig als Hochwasserschutz.

Die Garage ist 208 m lang, steht auf ihrer Fluss zu gewanden Seite vollständig im Wasser und bietet 494 Stellplätze – davon 8 extra breite Behindertenstellplätze in unmittelbarer Nähe der Aufzüge – auf 2 Untergeschossen.

Die Tiefgaragenzugänge liegen jenseits der Hochwassergrenze, und sind über zweigeschossige, Lichtdurchflutete Galerien mit der Tiefgarage verbunden.

Die parallel zur Peter-Altmaier-Allee geführte Ein- und Ausfahrt, sowie die zwei gläsernen Zugänge der zweigeschossigen Tiefgarage greifen die von Kreißig gestaltete Grenzlinie zwischen Stadt und Uferbereich auf.

Die Lage und das Erscheinungsbild der Zufahrt und Zugänge ermöglicht es, den Blick auf den Rhein freizuhalten. Die Zugänge beeinträchtigen nicht das Erscheinungsbild der Baumallee.

Die Vollverglasten Treppenhäuser mit einem behindertengerechten Glasaufzug und einer Lichtöffnung ermöglichen es, das Tageslicht bis auf das 2. UG Ebene zu führen. Der großzügige, lichte Raumeindruck wird im Bereich des Verbindungselementes durch die erfahrbare Zweigeschossigkeit mittels Verbindungsbrücke verstärkt. Die Beleuchtung im Bereich der Treppenhäuser dient der Unterstützung des natürlichen Lichteinfalls.

Die Ausgänge der Garage sind durch Leuchtvitrinen akzentuiert, die Sichtverbindung mittels Glastüren zwischen Garagenraum und Treppenhaus ermöglicht eine leichte Orientierung. Die Beleuchtung des Garagenraums erfolgt durch quer zur Fahrbahn liegende Langfeldleuchten die im Bereich der Eingänge verdichtet werden.

Auf dem Dach der Tiefgarage entstand eine gegrünte Parklandschaft mit 35 Platanen. Rasenflächen in unterschiedlichen geometrischen Formen, lang gestreckte Bänke dienen der Erholung. Die Toranlagen wurden in den neuen Gestaltungsplan eingebunden – gepflasterte Gehwege zwischen Schlosstor, Raimunditor und Kaisertor laden zum Flanieren ein.

Für das Farbkonzept ist in den Parkgeschossen der Boden in hellem, frischem Grün beschichtet. ln den Treppenhäusern sind die Wände farbig (eine Farbe pro Treppenhaus) angelegt. Für den Ausgang der Schlossseite wurde ein entsprechendes Rot eingesetzt. Für den anderen Ausgang ebenfalls Grün.
Durch den Einsatz eines Jet-Ventilationssystems zur Be- und Entlüftung des Garagenraums kann dieser frei von Einbauten gehalten werden und ermöglicht, durch seine großzügige Raumwirkung, eine übersichtliche und leichte Orientierung. Zusätzlich unterstützt wird dieser Raumeindruck durch eine Decke, die frei ist von Unterzügen und Technik. Diese sind nicht sichtbar in die Decke integriert.

Christoph Kraneburg Köln / Frankfurt
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Preisträger

BDA-Architekturpreis Rheinland-Pfalz 2006 – Anerkennung